RONDJE NOORDZEE
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Leezen Kurier
25 september 2001
6.000 Kilometer Nordseeküstenradweg
Am 5. Mai diesen Jahres wurde auf dem Hamburger Rathausmarkt der Nordseeküsten-Radweg eröffnet. Der Fernradweg ist eine zusammenhÄngend ausgeschilderte Fahrradroute rund um die Nordsee. Sie führt auf 6.000 Kilometern durch Schottland, England, die Niederlande, Deutschland, DÄnemark, Schweden und Norwegen. Die vielen internationalen FÄhrverbindungen machen es einfach, die Route in kürzere Etappen zu gliedern.
Der deutsche Teil der North Sea Cycle Route, auch Nordseeküsten-Radweg genannt, basiert auf bereits vorhandenen Radwegen.
Die Route führt überwiegend durch lÄndliche RÄume entlang der Nordseeküste, durchquert aber auch einige größere StÄdte. "Man lernt viele Teile der weltweit einzigartigen Naturlandschaft Wattenmeer kennen, macht aber auch Abstecher ins vielfÄltig strukturierte Binnenland. Zahlreiche kulturelle Sehenswürdigkeiten, wie Museen, Schlösser, Burgen und Kirchen liegen an der Strecke" erklÄrte Anna Nobis von der betreuenden Agentur KOM 3 in Frechen.
Die durchgehende Ausschilderung des Weges erleichtert die Planung von Fahrradtouren. Auf Tafeln oder Plakaten können zusÄtzliche Informationen über die nÄhere Umgebung entnommen werden.
Gemeinschaftsinitiative der EuropÄischen Union
In Deutschland wirken 14 Landkreise/Kreise/kreisfreie StÄdte aus den BundeslÄndern Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie die Stadtstaaten Hamburg und Bremen mit. Damit ist sichergestellt, dass alle Regionen an der deutschen Nordseeküste eingebunden sind. Die Zusammenarbeit in den anderen Staaten ist Ähnlich organisiert wie in Deutschland. So wirken an dem Projekt insgesamt ca. 70 Regionen mit. Dadurch können umfangreiche Erfahrungen zusammengetragen und für die North Sea Cycle Route genutzt werden.
Das Projekt North Sea Cycle Route wird aus Mitteln der EU-Gemeinschaftsinitiative INTERREG II C; Kooperationsraum Nordsee und von den Projektpartnern, in Deutschland von den Landkreisen, Kreisen, kreisfreien StÄdten und Stadtstaaten finanziert. ZusÄtzlich engagieren sich als Sponsoren die Hamburger ElektrizitÄtswerke (HEW) und Schöller direct.
Die Routenbeschreibung.
900 km Nordseeküsten-Radweg von der niederlÄndischen bis zur dÄnischen Grenze.
Nach Überquerung der niederlÄndisch-deutschen Grenze geht die Fahrt durch die Orte Bunde und Weener in Richtung Ems. Bei der Fahrt entlang der Ems sind weite GrünlandflÄchen sichtbar, die als Vogelrastgebiete eine große Bedeutung für den Naturschutz haben. Bevor in Ditzum mit der FÄhre nach Emden übergesetzt wird, bietet sich ein Abstecher nach Leer an, um dort die Altstadt zu besuchen. In Emden kann der Hafen oder die Kunsthalle besucht werden.
Bei der weiteren Fahrt durch Ostfriesland gibt es in vielen kleinen Orten die Möglichkeit, den als SpezialitÄt bekannten Tee zu probieren. Die kleinen FischereihÄfen in den Sielorten laden dazu ein, sich direkt an den Booten mit frischem Fisch zu versorgen. Es sollte auch die Gelegenheit genutzt werden, einen Abstecher auf eine der Ostfriesischen Inseln zu machen, die mit kilometerlangen SandstrÄnden zum Spazierengehen anregen und so eine Abwechslung zum Radfahren anbieten.
Mit Wilhelmshaven wird wieder eine Hafenstadt erreicht, in der nicht nur ein Besuch des Hafens lohnt. Weite Marsch- und MoormarschflÄchen mit großen, auf Wurten liegenden Einzelhöfen prÄgen das Bild im Verlauf der weiteren Route. Von Blexen aus wird mit einer FÄhre über die Weser gesetzt. In Bremerhaven befindet sich einer der größten ContainerhÄfen Europas sowie das Deutsche Schiffahrtsmuseum. Lohnenswert ist es sicher, einen Abstecher nach Süden zu machen und die Stadt Bremen zu besuchen.
Mit dem großen Seebad Cuxhaven wird zunÄchst der letzte größere Küstenort erreicht, bevor es auf der Südseite der Elbe ins Landesinnere Richtung Hamburg geht. Unterwegs bietet sich die Altstadt von Stade für einen Halt in historischer AtmosphÄre an.
Über das Alte Land, Europas größtes Obstanbaugebiet, erreicht man die Hansestadt Hamburg.
Durch die idyllische Umgebung des alten Fischerortes Finkenwerder gelangt man zur ElbefÄhre der HADAG. Diese bringt die Radler zu den St. Pauli-Landungsbrücken am Rande der Hamburger Innenstadt, vorbei an den großen Containerterminals und Reparaturdocks. Nach der Überquerung der Elbe erblickt fÄhrt von hieraus elbabwÄrts weiter, vorbei an der renovierten Fischmarkthalle und dem Museumshafen övelgönne.
Zwischen Wedel an der Elbe im Süden und dem Hindenburgdamm im Norden gibt es eine einzigartige Küstenlandschaft zu entdecken. Ein Großteil der Tour führt am Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer entlang, Vogel- und Naturschutzgebiete sÄumen die Route. Kleine HafenstÄdte und bekannte SeebÄder laden zur gemütlichen Rast ein. Doch auch Besonderheiten wie der Nord-Ostsee-Kanal, das Eidersperrwerk und die Windparks lohnen einen Stopp.
Auf dem schleswig-holsteinischen Streckenabschnitt ist Wedel der Ausgangspunkt des historischen Ochsenweges. Doch nicht nur durch den Viehhandel wurde die hübsche Stadt bekannt, ihre maritime Seite macht sie zu einem beliebten Ausflugsziel: Die Schiffsbegrüßungsanlage heißt jedes Schiff, das in den Hamburger Hafen einlÄuft, mit seiner Nationalhymne willkommen. Die Route führt zunÄchst landeinwÄrts durch weite Obstplantagen und Gemüsefelder, vorbei am Schloss Haseldorf nach Elmshorn. Von dort ist es nicht weit nach Glückstadt an der Elbe. Im Stil der italienischen Renaissance angelegt, bezaubert Glückstadt mit fast südlÄndischer AtmosphÄre, zu der auch der Hafen und das idyllische Marktfleet beitragen.
Von Glückstadt aus nimmt die Strecke Kurs auf die Küste: In Brunsbüttel führt der Nord-Ostsee-Kanal in die Elbe. Die faszinierende Schleusenanlage kann besichtigt werden, bevor die Tour in Richtung Norden fortgesetzt wird. Das Land der Köge ist besonders fruchtbar. Im Kaiser-Wilhelm-Koog kann man sich im Windpark über die Energiegewinnung informieren. Kurz darauf liegt das Nordseeheilbad Friedrichskoog an der Route. Im Speicherkoog bei Meldorf erlÄutert das Infozentrum "Wattwurm" die Natur im Nationalpark. Der "Wattwurm" ist eines von vielen Informationszentren auf dem Weg am Wattenmeer entlang.
Mit reichlich Rückenwind geht es in das Nordseeheilbad Büsum. Hier wird eine StÄrkung mit fangfrischen Krabben direkt vom Kutter angeboten. Mit einer entspannenden Massage im Kurmittelhaus können sich die Radler wieder fit für die nÄchsten Etappen machen. Nachdem das imposante Eidersperrwerk, ein wichtiger Bestandteil des Nordseeküstenschutzes, überquert wurde, erreicht man den weiten Strand von St. Peter-Ording. Die größte Sandbank des Festlandes misst 15 km LÄnge und ist bis zu 1,5 km breit! Gelegenheit zum Auftanken findet man in Witzwort im "Roten Haubarg", einem Bauernhof aus dem 17. Jahrhundert. Von dort aus führt der Weg weiter in die Theodor-Storm-Stadt Husum, deren hübsche Altstadt zum Bummeln einlÄdt. Über einen drei Kilometer langen Damm gelangt man auf die Insel Nordstrand, durch die Marsch nach Dagebüll, dem FÄhrhafen nach Föhr und Amrum. Weiter geht es nach Niebüll, um dann in Richtung dÄnische Grenze nach Seebüll zu radeln. Dort, im Nolde-Museum, der Arbeits- und LebensstÄtte des Expressionisten Emil Nolde, besteht die Gelegenheit, die Tour stimmungsvoll ausklingen zu lassen. Wer mag, setzt die Tour entlang der dÄnischen Nordseeküste fort.
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